BERICHT
SALZBURG OPEN 2011

Nach einer dezenten Pause von 5 Jahren luden das Billardcenter Kugelrund und der PBC Salzburg Anfang September wieder einmal zu den SALZBURG OPEN.

Diesem Turnier wurde schon in früheren Jahren eine gute Organisation und eine tolle Gastfreundschaft bescheinigt. Zudem waren die Turniere schon immer mit Spitzenspielern aus vielen Nationen besetzt, die für ein enormes sportliches Niveau sorgten.
Die Latte lag also für die Veranstalter zugegebenermaßen doch eher hoch und bereitetete dem Organisationskomitee ein gewisses Kribbeln, welches sich doch phasenweise tatsächlich bis zur Nervosität steigerte. Verständlich! Es sollte schließlich DAS Billard-Sommerevent werden! Das hoch gesteckte Ziel wurde dank der vielen internationalen und gleichermaßen bestens gelaunten sowie hoch motivierten Gäste schlussendlich auch erreicht.

Ein Turnier zu organisieren, bei dem die Preisgelder in Form von Startgeldern zustande kommen, ist eine Sache. Ein Turnier mit über € 3.000 „added money“ ist noch mal eine ganz andere. So ist den vielen einzelnen Helfern im Verein zu danken, aber auch im ganz Besonderen den Sponsoren und Unterstützern, die diese Summe erst möglich gemacht haben. HERZLICHEN DANK!

Nach Aussendung der ersten Einladungen kamen binnen kürzester Zeit viele Anmeldungen  herein und einige Schreiben von Weltklassespielern, welche auch gerne in Salzburg dabei gewesen wären, aber „leider“ bereits bei einem Großturnier auf den Philippinen gemeldet waren.

So manche Spieler reisten bereits am Freitag nach Salzburg an, um das Kugelrund und die Gastgeber kennen zu lernen. Für das voll besetzte Feld von 128 Spielern aus 8 Nationen fiel dann endlich am Samstag um 9 Uhr der heiß ersehnte Startschuss zu den Salzburg Open 2011.

Der Wettkampf

In der ersten Gruppe von 64 Spielern gerieten gleich am Anfang ein paar Akteure etwas unerwartet unter die Räder, während sich andererseits so mancher Spieler selbst mit seinen tollen Leistungen überraschte. Freud und Leid liegen scheinbar doch sehr nahe beisammen. So unteralg die Italienerin Bolfeli Barbara erst im letzten Spiel um den Aufstieg und der junge Kornmesser Jonas musste in derselben Runde denkbar knapp dem späteren Turniersieger mit 5:6 den Vortritt lassen.
Zuguterletzt hatten sich zur Mittagszeit 16 Spieler für die sonntäglichen Finalrunden qualifiziert.

Die Organisatoren freuten sich, als die Topfunktionäre des Österreichischen Verbandes auf dem Bankett des „offenen“ Nichtverbandsturniers erschienen: An der Spitze der Präsident Ernst Hofer und der für den sportlichen Bereich Hauptverantwortliche Sportdirektor Bernhard Kaserer. Sie machten sich ein Bild vom Turnierablauf und befanden diesen wie auch die Organisation für sehr gelungen.

Die zweite Gruppe von 64 Spielern startete pünktlich um 14 Uhr voller Euphorie in den Bewerb. Jedoch waren hier 3 Spieler gar nicht erst erschienen. Es bedarf hier wohl des Formates eines Topspielers wie Harald Stolka, um zum Telefon zu greifen, sich abzumelden und zu entschuldigen. Harald hatte dies als einziger geschafft,  während den anderen mühsam hinterher telefoniert wurde – es hätte ja auch bei der Anreise etwas passiert sein können. In Salzburg sorgt man sich um seine Gäste.

Von bekannten Höhen und Tiefen wurde auch in dieser Phase des Turnieres durch die Akteure berichtet. Der zum Favoritenkreis zählende Passauer Santl Stefan war vom Turnier offensichtlich so begeistert, daß er bereits nach 3 Runden lieber dem Zuschauen frönte. Der legendäre Bendl Josef aus Erding schüttelte seinen Angstgegner im letzten Spiel kräftig durch. Czerwinsky Martin, hauptverantwortlich für die Sponsorengelder der Veranstaltung, fegte direkt in die Finalrunde und gab am Samstag lediglich 2 Pünktchen (!) ab.

Mit den Gruppenspielen zum 32er Finale am Sonntag war somit der erste von drei Teilen der Salzburg Open geschafft und so manche konzentrierten sich bereits auf den zweiten Teil,

Die Playersparty

Salzburg ist ja schon seit Jahrhunderten für seine Musiker wie Mozart und Kultur bekannt und so waren die Veranstalter ja schon fast „gezwungen“ auch in diesem Bereich etwas auf die Beine, oder besser die Bühne, zu stellen.
Doch vorweg bescherte Robert Windl, Mitorganisator und Teil der Turnierleitung,  mit der Auslosung der Finalspiele wortgewandt und witzig eine kleine unterhaltsame Show, welche für so manchen Lacher gut war.

Und dann ging es Schlag auf Schlag: Auf ein Zeichen des Moderators Windl setzte die Band ein: Auf der Bühne standen die in Salzburg und Umgebung bestens bekannten „The Jacky Dolls“ und heizten bis etwas ein Uhr in der Nacht den prächtig gelaunten Spielern n und Gästen nach Kräften ein. Es zeigte sich, dass zusätzlich neben der perfekten Organisation, für die die Verantwortlichen zu ihrer großen Freude immer wieder hoch gelobt wurden, auch die „rockigen“ Elemente und der Spaß bestens zu ihrem Recht kamen. Es war Rock’n Roll pur und das Atrium West mit dem Kugelrund mittendrin  bebte vor Musik und Gelächter. Und was den Organisatoren zusätzlich so wichtig war, geschah auch: Es war eine herzliche und wunderbare „völkerverbindende“ Stimmung, in der neue Freundschaften geschlossen wurden und bereits bestehende erneuert. Das Motto „JUST FEEL IT!“ wurde von allen Mitgliedern der fröhlichen Festgemeinde mit Leben erfüllt!

Randglossen gefällig? Die Stimmung bereichern konnten zum Beispiel die in der Szene allseits bekannt „Bendl-Brothers“ aus Bayern . Josef Bendl begeisterte als gelernter Show-Barkeeper mit unglaublichen artistischen Vorführungen, wie man auf eleganteste Weise die kleinen Freudenspender mit den Schirmchen drauf produziert. Eine Party kann eben nur so gut sein wie ihre Gäste. Kugelrund-Chef Windl galubte bis zu diesem denkwürdigem Abend höflicherweise, dass es in Bayern bestenfalls zwei „Verrückte“ gibt. Er weiß es jetzt besser! München und Umgebung scheinen eine Brutstätte der ganz besonderen art zu sein. Die machen ja richtig Spaß die Jungs! Eh alle Landsmannschaften aus Österreich in wilden Protest ausbrechen: Die waren natürlich auch in geradezu heldenhafter Weise präsent. Das Gelächter der angereisten und aus mehreren Gründen erheblich beschwingten Queue-Artisten wurde immer lauter – früher hätte man dazu wohl „homerisch“ gesagt. Eine ganz eigene Variante des Glücksgefühls und seiner Präsentation boten die Schweizer Freunde: Sie saßen begeistert und staunend in einer Ecke und amüsierten sich königlich – nur eben etwas leiser. Kannten sie so vom Billard noch nicht! Wir lieben sie!

Jetzt war Party und nicht Turnier: Sport hatten sich die Finalisten erkennbar für den nächsten Tag aufgehoben. Aber jetzt mal kurz im Ernst: Das Turnier war bekanntlich wie folgt ausgeschrieben: „Kein Alkoholverbot“ und „Kleidung egal, aber sauber und gepflegt“. Das muss jetzt hier Erwähnung finden: Nur ein einziger Spieler war in Jeans angetreten – was er durfte! – und alle anderen waren mit dunklen Hosen und Hemden oder Polo-Shirts erschienen. Mit einem Wort: Wie aus dem Ei gepellt! Sie haben den Stil eines gepflegten Billardturniers Ehre getragen. Die Verantwortlichen sind stolz auf ihre Gäste – und: Keiner war während der Spielzeit alkoholisiert! Eine Runde von Ladies und Gentlemen – die müssen nicht mit Verbotstafeln „umzingelt“ werden! Brauchen die nicht!

So und jetzt wieder im Spaß: Wer mal schnell 25 harte Drinks – in Worten: „fünfundzwanzig“ – bestellt und unters Volk bringt, dann dem edlen Stoff auch noch selber eifrig zuspricht, um dann  am nächsten Tag dennoch eine Topleistung „an der Platte“ zu zeigen, der muss in seinem Sport wirklich gut und ein lebensbejahender Mensch sein. Von dieser bemerkenswerten Species hatten sich im Kugelrund gleich mehrere Exemplare eingefunden. Prachtexemplare natürlich, wie nicht nur die mit den Drink-Spenden Beglückten spontan befanden. Von einigen wenigen Ausfällen, die aber von Romana Joa fachkundig unter Einsatz von kaltem Wasser und Eiswürfeln „reanimiert“ werden konnten, gibt es hier keine nennenswerten Vorkommnisse.

Da zeigte sich auch, wer „den Laden im Griff“ hatte: Die eigentliche Kugelrund-Chefin Romana hatte die hoch motivierten  Servicekräfte bestens auf das Großereignis eingeschworen und die ganze Logistik und Betreuung im Barbereich funktionierte reibungslos – und das will in diesem ausgelassenem Tumult wirklich was heißen! Das hat man im Kreuz oder auch nicht – acht Stunden Schlaf in drei Tagen sprechen in diesem Zusammenhang für sich!

Am nächsten Morgen begannen die Finalrunden. Ein spannendes Match reihte sich ans nächste. Es ging wirklich Schlag auf Schlag und „auf Biegen und Brechen“ - große Finalstimmung eben! In der Runde der letzten 32 unterlag der Münchner Gruber Stefan dem Dresdener Ludwig Sebastian , der vierzehnjährige Tiroler Winkler Michael unterlag Baumann Otmar und der „Ouschan-Albin-Express“ benötigte gerade zwanzig Minuten zum Sieg und Huber Richard vom PBC Salzburg setzte sich knapp gegen Stainko Armin durch. „Richie“ unterlag aber im Achtelfinale, während sich Mario Merz dort gegen „Richies“ Clubkameraden peter Wembacher durchsetzte. Der Deutsche Meister Manuel Ederer verlor gegen Thomas Knittel, während Roman Hybler – the „Czech Attack“ – und der österreichische Topspieler Jürgen Jenisy siegten. Der „Ouschan-Express“ machte, was ein Schnellzug eben so macht: Er raste punktgenau in seinen Zielbahnhof, um dann im Viertelfinale gegen Bezlan Attila auszuscheiden. In dieser Runde erwischte es auch Hybler gegen Jenisy. Jenisy konnte seine blendende Form von der „German Open“ in der EuroTour Station Brandenburg ein ums andere Mal unter Beweis stellen. In packenden Halbfinalbegegnungen setzten sich Bezlan und jesniy ein weiteres Mal durch, um sich dann im großen Finale aufeinander zu treffen. Diese Begegnung entschied der junge Jenisy denkbar knapp mit 7:6 für sich. Das Turnier hatte seine zwei würdige Finalisten und einen ebensolchen Turniersieger gefunden. Die vierzig Zuschauer waren beeindruckt und hochzufrieden mit der Show!

Zitieren wir zum Abschluss einen berühmten Österreicher: „ Es war sehr schön – es hat uns sehr gefreut!“ Vielen Dank an Euch alle! Bis demnächst! Lasst es Euch gut gehen!